Hier sind ein paar nützliche Tipps und Tricks zum Vorbereiten einer Laserdatei für Schneiden und Gravieren mit Mr Beam Lasercutter. In diesem Guide behandeln wir folgende Punkte: 


1. Colour-handling

2. Linienstärke

3. Fläche vs. Kontur: Wichtig für Laser- und Gravierjobs in der Laser-Software!



In diesem Artikel erstellen wir eine Beispieldatei für einen Untersetzer in Adobe Illustrator. Man kann aber genau so gut Inkscape oder andere Programme zur Vektorbearbeitung benutzen. Die Beispieldatei gibt es kostenlos in unserem Download-Bereich. Wenn du dir nicht ganz sicher ist, was der Unterschied zwischen einer Vektor- und Rasterdatei ist, empfehlen wir erst diesen Artikel zu lesen.

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1. Colour-handling

Hat das Objekt bei der Kontur dieselbe Farbfüllung wie bei der Fläche, verliert man schnell den Überblick was später geschnitten und was graviert wird. Wir empfehlen daher für das eigene Verständnis die Konturen, die geschnitten werden sollen, in einer anderen Farbe, wie z.B. in rot anzulegen, und die Elemente, die graviert werden sollen, in schwarz. So bewahrt man einen besseren Überblick über die einzelnen Gravier- und Schneidejobs. 


Das Tolle an der Mr Beam Software ist, dass sie automatisch die unterschiedlichen Farben innerhalb einer Datei erkennt. Diese Farben lassen sich dann separaten Gravier- und Schneidejobs zuordnen, und man kann sogar mehrere Schneidejobs mit voneinander abweichenden Parametereinstellungen erstellen:  



2. Linienstärke

Wenn wir entlang einer Linie schneiden möchten, spielt die Linienstärke in der Vektordatei keine Rolle. (Das ist besonders praktisch, denn bei den meisten gängigen Lasercuttern müssen die Linien in der Datei haardünn sein, um geschnitten zu werden.)  Die einzige Anforderung für Schneiden ist eine gesetzte Kontur in der Vektordatei. Der Laser kann nur in einer Strahlstärke schneiden, deswegen wird immer eine gleich dünne Linie von ca. 0,2mm geschnitten.





3. Gesetzte Fläche und gesetzte Kontur

In diesem Schritt ist es wichtig zu verstehen, wie die Lasercutter-Software diverse Dateielemente interpretiert. Mit diesem Wissen kannst du die Datei korrekt für den anstehenden Laser- bzw. Gravurjob aufbereiten. 


a) Schneiden: 

Beim Schneiden ist es recht einfach: Alle Elemente der Datei, die geschnitten werden sollen, sollen eine gesetzte Kontur, jedoch keine gesetzte Fläche haben. Denn der Laser braucht Vektorlinien, welchen er beim Ausschneiden folgt. Im Illustrator sehen wir das beim Anklicken einzelner Elemente unter Eigenschaften > Aussehen. Wähle den Umriss aus und überprüfe, ob nur die Kontur gefüllt ist. 





b) Gravieren:

Bei der Gravur gibt es mehrere Optionen, wie man eine Datei aufbereiten kann. 

Für unser Beispiel haben wir bewusst möglichst unterschiedliche Elemente gewählt, die wir gravieren möchten: Mr Beam Schnurrbart-Bildmarke (eine Rastergrafik), Krake (ein Vektorobjekt) und 'Mr Beam' (ein Textelement).


Bei der Rastergrafik brauchen wir nichts ändern. Auch die weiße Fläche rund um Schnurrbart und Brille ist ok, das können wir später in der Laser-Software so einstellen, dass sie bei der Gravur nicht berücksichtigt wird. 
Das Vektorobjekt, welches graviert und nicht geschnitten werden soll, müssen wir vorher im Illustrator umwandeln: Im Menu auf Objekt > Pfad > Konturlinie klicken. Jetzt soll die Krake beim Anklicken als gesetzte Fläche erscheinen, und nicht mehr als gesetzte Kontur. *Ausnahme: Möchte man nur eine dünne Linie gravieren (ca. 0,2mm), muss man diesen Schritt mit der Pfadumwandlung nicht machen. In der Laser-Software App kann man bei den Parametereinstellungen diese Linie per Drag- and Drop dem Gravierjob zuweisen.)* 
Auch das Textelement soll in Illustrator in Pfad umgewandelt werden: In der oberen Menuleiste auf Objekt > Pfad > Konturlinie klicken. Wollen wir den gefüllten Text gravieren, muss die Kontur gesetzt sein, jedoch nicht die Kontur.




In unserem Video findest du alle Infos zu diesem Thema auf einen Blick! Noch mehr Erklärvideos findest du auf unserem YouTube Kanal.